UWG fordert Probelauf für Gratis-Busse

26. April 2014

In Grevenbroich wird weiter um die Einrichtung eines Nulltarifsystems (NTS) gerungen. Im Kommunalwahlkampf rückt das Thema in den Vordergrund. Die NEUSS-GREVENBROICHER-ZEITUNG textet heute:

UWG fordert Probelauf für Gratis-Busse>>

Leider hat der Redakteur dabei nur relativ oberflächlich recherchiert und läßt VCD-Forderungen nach einem Modellversuch und die aktuellen Erfolge des NTS in Tallinn aussen vor.

Erfreulicherweise hatte das Nulltarifsystem in Hasselt 16 Jahre Bestand und wurde zwischenzeitlich – auch bei den zurückliegenden Wahlen – mehrfach bestätigt. Dass die „satten“ Bürger irgendwann andere Prioritäten setzen, kann auch kein Gratis-Bus ändern.

In GV müssen wir aber zuerst einmal viel ändern, bevor noch mehr „entäuschte“ Bürger der Stadt den Rücken kehren – mit dem entgangenen Geld könnten die Busse längst fahren:

Zensus-Rechnung kostet Stadt Millionen>>


Ist das Nulltarifsystem (NTS) in Hasselt gescheitert? Mitnichten!

8. September 2013

Der Presse war zu entnehmen, dass die Stadt Hasselt das vor 16 Jahren erfolgreich eingeführte Nulltarifsystem (NTS) im Mai 2013 aus Kostengründen einstellen musste. Seit Mai 2013 können nur noch Jugendliche bis 19 Jahre umsonst fahren, alle anderen müssen pro Fahrt 60 Cent bezahlen.

Was aber sind die wahren Gründe für die „Einstellung“ des NTS?

War es nicht mehr zu finanzieren? Fielen – wie auch gemeldet wurde – Zuschüsse durch die Provinz Limburg weg? Nein. Wie immer im Leben steckt in Wirklichkeit eine ganz andere Geschichte dahinter. Dazu muss man zurückgehen in den Oktober 2012 als in Belgien Kommunalwahlen stattfanden. Ganz Belgien erlebte dabei einen massiven Rechtsruck. Das Wahlergebnis hätte in Hasselt eine Mehrheitskoalition zwischen der Rechten Nieuw-Vlaamse Alliantie  (N-VA; zu deutsch Neu-Flämische Allianz) und den Christen-Democratisch en Vlaams (CD&V; zu deutsch Christlich-Demokratisch und Flämisch) hervorbringen können, aber die CD&V schreckte tatsächlich vor solch einer Koalition zurück.

Stattdessen ging die CD&V eine Koaltion mit der alten Mehrheitsfraktion im Rathaus, der SP.A, ein. Damit konnte Hilde Claes Bürgermeisterin bleiben, die sich im Wahlkampf übrigens klar für den Erhalt des NTS ausgesprochen hatte. Nur leider war die CD&V – laut gut informierter Kreise – aus Prinzip gegen das NTS und sah dort Sparpotential. Doch statt kompletter Streichung kam es zum o.g. Kompromiss, der nun den kleinen Beitrag von 60 Cent pro Fahrt vorsieht.

Das NTS in Hasselt ist also nicht an der Finanzierung gescheitert, es „pausiert“ lediglich wegen neuer Mehrheiten im Rathaus.

Siehe auch:

http://www.knack.be/nieuws/belgie/coalitie-hasselt-hilde-claes-in-zee-met-cd-v/article-normal-68966.html