1 Jahr Nulltarifsystem in Tallinn – eine Erfolgsgeschichte

10. Februar 2014

Die estnische Hauptstadt Tallinn hat das Nulltarifsystem (NTS) vor exakt einem Jahr eingeführt und die Evaluation zeigt jetzt genau das, was ich mir auch für GV davon verspreche:

  1. man verzeichnet eine steigende Einwohnerzahl. 12.000 Neubürger meldeten sich mit Hauptwohnsitz in Tallinn an
  2. man verzeichnet bereits steigende Steuereinnahmen
  3. man zählt bereits 15% weniger Autos in der Stadt und hat damit weniger Lärm, Feinstaub, Stau und kaputte Straßen
  4. es wurden dadurch bereits 45.000 Tonnen CO2 eingespart
  5. das Thema hat eine sehr hohe Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern (75%!), selbst anfängliche Kritiker zeigen sich begeistert.

Das meldet – zusammengefasst – die TAZ in ihrem Artikel vom 29.01.2014. Die Effekte des NTS sind also nicht anderen, diffusen Faktoren geschuldet, die von Kritikern im Hasselter Modell gesucht worden sind. Die Logik der Nutzer ist einfacher als man denkt: „Was kostet es – was bringt es mir?“ In Tallinn eine echte win-win-Situation!


Bus und Bahn werden immer beliebter – warum wohl?

7. Februar 2014

Der FOCUS meldet:

Die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr ist gestiegen. Dagegen geht sie im Fernverkehr leicht zurück. Seit Anfang des Jahres hat die Eisenbahn nämlich Konkurrenz. mehr dazu>>
Das lässt mich fragen: Wie sieht es lokal aus? Ist auch hier die Zeit des motorisierten Individualverkehrs (MIV) abgelaufen? Wird der Unterhalt eines PKW zu teuer, um mal eben zum Supermarkt zu fahren? Was sind die Folgen des demografischen Wandels? Die Lösungsansätze für diese Fragen liegen einzig und allein im Nulltarifsystem (NTS). Nur eine Stadt, die zukünftig die Mobilität ihrer Bürgerinnen und Bürger sicherstellen kann, kann die Lebensqualität erhalten. Nur ein NTS bringt den Handel zurück von der grünen Wiese in die Innenstadt. Gastronomie und soziales Miteinander blühen nachweislich auf – und genau das braucht Grevenbroich.


Ist das Nulltarifsystem (NTS) in Hasselt gescheitert? Mitnichten!

8. September 2013

Der Presse war zu entnehmen, dass die Stadt Hasselt das vor 16 Jahren erfolgreich eingeführte Nulltarifsystem (NTS) im Mai 2013 aus Kostengründen einstellen musste. Seit Mai 2013 können nur noch Jugendliche bis 19 Jahre umsonst fahren, alle anderen müssen pro Fahrt 60 Cent bezahlen.

Was aber sind die wahren Gründe für die „Einstellung“ des NTS?

War es nicht mehr zu finanzieren? Fielen – wie auch gemeldet wurde – Zuschüsse durch die Provinz Limburg weg? Nein. Wie immer im Leben steckt in Wirklichkeit eine ganz andere Geschichte dahinter. Dazu muss man zurückgehen in den Oktober 2012 als in Belgien Kommunalwahlen stattfanden. Ganz Belgien erlebte dabei einen massiven Rechtsruck. Das Wahlergebnis hätte in Hasselt eine Mehrheitskoalition zwischen der Rechten Nieuw-Vlaamse Alliantie  (N-VA; zu deutsch Neu-Flämische Allianz) und den Christen-Democratisch en Vlaams (CD&V; zu deutsch Christlich-Demokratisch und Flämisch) hervorbringen können, aber die CD&V schreckte tatsächlich vor solch einer Koalition zurück.

Stattdessen ging die CD&V eine Koaltion mit der alten Mehrheitsfraktion im Rathaus, der SP.A, ein. Damit konnte Hilde Claes Bürgermeisterin bleiben, die sich im Wahlkampf übrigens klar für den Erhalt des NTS ausgesprochen hatte. Nur leider war die CD&V – laut gut informierter Kreise – aus Prinzip gegen das NTS und sah dort Sparpotential. Doch statt kompletter Streichung kam es zum o.g. Kompromiss, der nun den kleinen Beitrag von 60 Cent pro Fahrt vorsieht.

Das NTS in Hasselt ist also nicht an der Finanzierung gescheitert, es „pausiert“ lediglich wegen neuer Mehrheiten im Rathaus.

Siehe auch:

http://www.knack.be/nieuws/belgie/coalitie-hasselt-hilde-claes-in-zee-met-cd-v/article-normal-68966.html

 


Online-Abstimmung: ein deutliches Ergebnis für ein Nulltarifsystem-Modell in Grevenbroich

4. Juli 2012

Leider veröffentlicht die NEUSS-GREVENBROICHER-ZEITUNG nie die TeilnehmerInnenzahl, aber eine 2/3-Mehrheit (genau gesagt: 67%) für die Idee ist eine deutliche Aussage. Heute meldeten sich übrigens die Grevenbroicher PIRATEN (ja, die gibt es jetzt) in der Lokalpresse zu Wort – sie fänden es schön, dass „ihre Initiative nun Fahrt aufnimmt“. In GV habe ich dazu noch keine Initiative vernommen, bis auf die der UWG, die einen Antrag auf ein Modellprojekt im Stadtrat stellen wird.

Hinweis: die Originalgrafik der NGZ liegt mir vor. Aus Urheberrechtsgründen wird sie hier nicht veröffentlicht.


Infoveranstaltung „Nulltarifsystem im öffentlichen Personennahverkehr“

14. Juni 2012

Am 29.06.2012 findet im „Blauen Saal“ des Alten Schlosses in Grevenbroich die Infoveranstaltung

„Nulltarifsystem (NTS) im öffentlichen Personennahverkehr“

statt.

Als Referenten darf ich den Soziologen und Wirtschaftsförderer René Maudet begrüßen, der ab 18:00 Uhr über Erfahrungen, Modelle und Vorgehensweisen im Bereich NTS berichtet. Ich freue mich auf einen spannenden Vortrag mit anschließender Möglichkeit zur Diskussion.

Die UWG Grevenbroich lädt alle Interessierten zu dieser Infoveranstaltung ein. Der Eintritt ist kostenlos.

Altes Schloss, Schloßstr. 13, 41515 Grevenbroich-Stadtmitte

Ergänzung: nicht nur GrevenbroicherInnen, sondern auch DormagenerInnen sind heftig am Nulltarifsystem im öffentlichen Personennahverkehr interessiert. Deshalb gibt es die gleiche Infoveranstaltung einen Tag später, am Samstag, dem 30.06.2012 um 16:00 Uhr, in den Räumen der Dormagener Kulturhalle „Kulle“, Langemarckstraße, noch einmal.